Am 14. April 2010 hat der Erzpriester der Basilika Sankt Paul vor den Mauern, S.E.R. Msgr. Monterisi, anlässlich der Papstaudienz dem Heiligen Vater Benedikt XVI. ein Buch über die der Basilika Sankt Paul vor den Mauern dargebrachten Pilgermünzen “Monete offerte dai Pellegrini a San Paolo fuori le Mura” überreicht. Zugegen waren der Autor Dott. Giancarlo Alteri, der Präsident Prof. Roberto Mazzei und der Geschäftsführer des Polygraphischen Instituts der Staatlichen Münzprägestelle, Dott. Ferruccio Ferranti, die das Werk unentgeltlich gedruckt haben sowie der Geschäftsführer der Basilika Sankt Paul vor den Mauern, Ing. Pier Carlo Visconti. Das Buch steht in der Basilika Sankt Paul sowie in den Buchhandlungen des Polygraphischen Instituts zum Verkauf. Das umfangreiche Werk stellt ein wichtiges geschichtliches Zeugnis und eine Rarität für Sammler dar. Wenn man das Buch liest und die Reproduktion der Münzen anschaut, kann man eine Geschichte „erleben“, die trotz ihrer zeitlichen Entfernung dennoch so nah in ihrem Zeugnis erscheint.
Die ursprüngliche Konstantinische Basilika, die die sterblichen Überreste des Völkerapostels aufnahm, wurde hinter der großen Nekropole auf der Via Ostiense erbaut. Der Kaiser musste dazu das Recht zum Schutze der Begräbnisstätten ändern, um dort einen Bau zu ermöglichen.
Der Kult um das Paulusgrab begann unmittelbar nach seinem Martyrium und dauert bis zum heutigen Tag an. In den ersten Jahrhunderten wurde über den Steinsarkophag horizontal eine mit Öffnungen versehene Marmorplatte gelegt, um den Pilgern zu ermöglichen, nah an das Grab herantreten zu können. Durch diese Öffnungen wurde das Märtyrergrab beweihräuchert, doch man begann auch eine andere bedeutungsvolle Tradition: die Spenden an den Apostel, deren Erlös an den Erhalt des Klerus und an die Wohlfahrt der Armen ging.
Diese Geldspenden sind niemals versiegt. Und so kam es, dass im Laufe der Jahrhunderte über die Pilger die verschiedensten Münzen aus allen „Münzprägstellen“ Europas auf dem Apostelgrab zusammengekommen sind.
Es wurden über 3600 Münzexemplare in der Basilika und Umgebung gefunden, einmal während des Abrisses der baufälligen Teile, doch vornehmlich bei den Ausgrabungen und während des Neuaufbaus der Basilika nach dem Brand im Jahre 1823. In diesem Buch wird nicht nur die Geschichte dieser Münzen erzählt, sondern auch das, was damit zusammenhängt. Es geht ebenso um den Glauben der Pilger, die aus allen Teilen Europas kamen, um vor dem Grab des Apostels zu beten und ihm zu huldigen. Die Pilger brachten ihre eigenen Geschichten und Erlebnisse mit: Ängste, Hoffnungen und Freude, vielleicht die gleichen, die noch heute die Pilger aus aller Welt mitbringen, wenn sie Halt machen und vor dem Apostelgrab beten, das nach neuerlichen Ausgrabungen nach Jahrhunderten der Vergessenheit wieder ans Licht kam.